Katzenhaltung - Stubenkatzen- Wohnungskatzen

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Katzenhaltung: Freigänger oder Wohnungskatze



Sie stehen vor der Entscheidung, ob Sie Ihrer Katze Freigang ermöglichen oder ob Sie lieber eine reine Wohnungskatze halten möchten? Zusammenfassend kann für beide Haltungsformen gesagt werden, dass der Freigänger wesentlich gefährlicher lebt, die Wohnungskatze dagegen möglicherweise das langweiligere Leben führt. Insbesondere für die Wohnungskatze muss allerdings mehr Beschäftigung geboten werden. Wir haben Ihnen zusätzlich die Gefahren und wichtigen Aspekte, die bei den Haltungsformen beachtet werden müssen, zusammengefasst.

Freigänger

Grundsätzlich entspricht es wohl eher der Natur der Katze als Freigänger zu leben, die Gegend zu erkunden und jagen zu können. Fakt ist jedoch, dass Freigänger im Schnitt eine kürzere Lebenserwartung haben und es extrem viele Gefahren gibt. Wenn man sich für eine Freigängerkatze entscheidet, muss man deshalb einige Punkte beachten und sich der möglichen Risiken bewusst sein.
Gefahren für Freigänger-Katzen

Verkehrsunfälle
Die häufigste Todesursache bei Katzen sind Verkehrsunfälle. Auch viele schwere Verletzungen werden durch Autounfälle verursacht. Ein wenig mehr Sicherheit schaffen spezielle Reflektoren oder Leuchthalsbänder für Katzen. Sie sollten jedoch darauf achten, dass Ihr Freigänger sich nicht daran verletzen oder bspw. strangulieren kann, wenn er irgendwo hängenbleibt.

Andere Katzen
In den heutzutage eng besiedelten Katzenrevieren (besonders in Städten), kommt es zwangsläufig auch zu unfreundlichen Begegnungen mit Nachbarskatzen oder Streunern. Dies  führt häufig zu Verletzungen und der Übertragung von gefährlichen Katzenkrankheiten. Regelmäßige Impfungen (bspw. gegen Tollwut) sind für Freigänger deshalb besonders wichtig.

Andere Tiere
Auch Hunde, Füchse oder andere Tiere können der Katze gefährlich werden.

Orientierung/offene Gebäude
Besonders unkastrierte Tiere neigen zum Streunen und verlaufen sich so auch schon mal. Teilweise werden sie dann als „herrenlos“ eingemeindet oder finden einfach nicht mehr zurück. Da Katzen sehr neugierig sind, erkunden sie auf Streifzügen auch gern andere Gebäude. Da offene Fenster und Türen jedoch auch mal zufallen oder irgendwann geschlossen werden, werden hierdurch immer wieder Freigänger eingesperrt.

Diebstahl/Tierquäler
Diebstahl droht besonders bei Rassekatzen, die dann von den Tätern als eigenes Tier verkauft werden. Und leider gibt es vereinzelt auch Personen, die sich an Katzen in ihrer Nachbarschaft stören und ihnen absichtlich Leid zufügen.

Jäger
Wohnt man in der Nähe von Forstrevieren, kann es auch zu Jagdunfällen kommen.
Was ist beim Freigänger zu beachten?

Vorher mit Nachbarn sprechen
Bevor eine Freigänger-Katze angeschafft wird, sollte man mit den Nachbarn klären, wie katzenfreundlich diese sind.

Ernährungsprobleme
Man muss beachten, dass viele Katzen auch in ihrer Nachbarschaft Futter oder Leckerlis abholen gehen (und manche ihre Mäusefänge verzehren). Muss die Katze eine bestimmte Diät machen oder hat sie eine Futtermittelunverträglichkeit, kann der Freigang zum Problem werden.

Jagen & Parasiten
Über Beutetiere können natürlich Krankheiten und Parasiten übertragen werden, daher sollte man auf die Impfungen, Entwurmungen und Floh-/Zeckenbefall achten.

Ausgang ermöglichen
Man muss natürlich klären, wie die Katze am besten raus- und reinkommt.

Wohnungskatze ohne Freigang
Wohnungskatzen leben generell sicherer, allerdings häufig auch mit wenig Abwechslung, wenn man sich nicht mit dieser Haltungsform näher auseinandersetzt. Wenn Sie sich für eine Wohnungskatze entscheiden, gilt es deshalb einige Punkte zu beachten, damit Ihre Katze trotzdem genügend Auslastung erhält und es nicht zu Verhaltensauffälligkeiten kommt.
Gefahren des Lebens als Wohnungskatze

Offene Türen/Fenster
Katzen sind neugierig. Beim Betreten oder Verlassen der Wohnung ist eine Katze schon Mal schnell an einem vorbei geflitzt. Gerade für Katzen, die die „große, weite Welt“ nicht kennen, ist dies gefährlich.

Verhaltensprobleme
Aufgrund von verschiedenen Faktoren, die bei Wohnungskatzen zusammenspielen können (Langeweile, beschränktes Revier, keine komplette Rückzugsmöglichkeit von den Menschen), tendieren Wohnungskatzen eher zu Verhaltensproblemen.

Übergewicht
Viele Wohnungskatzen haben aufgrund des begrenzten Reviers auch weniger Bewegung als Freigänger. Hinzu kommt, dass viele der Wohnungskatzen aus Langeweile sich mit Nahrungsaufnahme beschäftigen.
Was ist bei Wohnungskatzen zu beachten?

Sollte nicht an Freigang gewöhnt sein
Eine Katze, die an Freigang gewöhnt ist, wird sich so gut wie nie oder nur sehr schwer an ein Wohnungsleben gewöhnen.

Keine Einzelkatze
Auch sollte die Mieze möglichst nicht als Einzelkatze gehalten werden. Jedenfalls nicht bei berufstätigen Besitzern (außer die Katze ist bereits ein vehementer Einzelgänger).

Beschäftigung
Für eine Katze ist Langeweile schlimm. Die Bewegung wird z.B. zum Abbau überschüssiger Energie benötigt. Sonst wird die Katze entweder übergewichtig  oder beschäftigt sich selbst (auf eine Weise, die dem Menschen meist nicht gefällt). Allein Spielzeug anzubieten, reicht nicht. Der Mensch sollte mindestens eine Stunde pro Tag mit jeder Katze spielen.

Wohnungseinrichtung (s. auch Grundaustattung)
Die „Fläche“ der Wohnung sollte dreidimensional für die Katzen erweitert werden. Dies funktioniert durch erhöhte Flächen: z.B. Regale/Tische auf verschiedenen Ebenen, die von der Katze genutzt werden dürfen, deckenhohe Kratzbäume oder Katzenleitern. Katzen nutzen solche Flächen sowohl zum sicheren Beobachten aus der Höhe, zum Schlafen oder als Tobeplatz zum Spielen.

Alternativ-Programm zum Freigang
Man sollte seiner Wohnungskatze, wenn möglich, ein Alternativ-Programm zum Freigang bieten. Wenn die Wohnung einen Balkon hat (und es zulässig ist, diesen mit Katzennetz zu versehen), kann man ihr so beschränkt Ausgang bieten. Manche Katzen lassen sich auch an ein Geschirr mit Leine für Spaziergänge gewöhnen.

Rückzugsmöglichkeiten
Besonders Wohnungskatzen, die nicht nach draußen können, wenn sie sich unwohl fühlen, muss man Rückzugsmöglichkeiten bieten. Eine Wohnungskatze sollte möglichst Zugang zu (fast) allen Räumen haben – nicht nur um sich zurückzuziehen, sondern weil ihr Revier ohne Auslauf schon sehr eingeschränkt ist.

Ruhe wichtig
Da die Wohnungskatze nicht vor lauter Musik und anderem Krach flüchten kann und ein wesentlich empfindlicheres Gehör hat als Mensch (oder Hund), muss man sich hier entsprechend einschränken – Feiern sind natürlich analog zu behandeln und entsprechend ruhig zu gestalten.




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