Chip für Katzen - Stubenkatzen- Wohnungskatzen

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Chip für Katzen



Jedes Jahr verschwinden in der Schweiz tausende Tiere. Allein im Jahr 2015 gingen bei der Schweizerischen Tiermeldezentrale (STMZ) 11'266 Vermisstenmeldungen ein. In 10'166 Fällen handelte es sich dabei um verschwundene Katzen.

«Leute sind verzweifelt»

Die STMZ fordert deshalb, dass alle Katzen gechipt und registriert werden müssen, wie es heute bei Hunden schon der Fall ist. «Wenn eine Katze mit einem Chip gefunden wird, ist die Wahrscheinlichkeit viel grösser, dass sie nach Hause gebracht wird», sagt STMZ-Experte Hanns Fricker. Heute sei es vielfach so, dass eine Katze zwar gefunden werde, der Finder aber nicht wisse, wem sie gehöre. «Wäre ein Chip obligatorisch, so wüsste der Finder, dass er die Katze nur zum Tierarzt bringen muss und dieser den Besitzer ausfindig machen kann.»

Wenn eine Katze verschwinde, müsse man dies sehr ernst nehmen, da der Besitzer oft eine grosse emotionale Bindung zum Tier habe. «Bei uns rufen zum Teil völlig verzweifelte Leute an: Katzen sind für viele Menschen wie ein Familienmitglied.»

Tier aussetzen nicht mehr möglich

Auch Anis-Geschäftsführerin Denise Delley findet ein Chip-Obligatorium sinnvoll: «Streunen liegt in der Natur der Katzen. Dabei kommt es oft vor, dass die Tiere nicht mehr nach Hause finden.» In solchen Fällen würden die Besitzer oft Fotos des vermissten Tieres auf der Strasse aufhängen. «Dies ist aber nicht sehr hilfreich, da sich das Aussehen einer Katze innert weniger Tage komplett verändern kann.» Etwa, wenn eine Katze stark abnehme, da sie kein Futter mehr von zu Hause fresse.
Viele Katzenhalter würden auch auf GPS-Halsbänder setzen, um ihre Tiere wiederzufinden. Diese seien zwar nützlich, allerdings nur als Zusatz zum eingepflanzten Chip. «Halsbänder gehen leicht verloren, da sie aus Sicherheitsgründen elastisch sein müssen.»

Weiter gebe es in Städten ein grosses Problem mit ausgesetzten Katzen: «Wenn Leute umziehen, lassen sie oft ihre Tiere zurück.» Wenn jede Katze einen Chip hätte, wäre es nicht mehr so leicht möglich, diese auszusetzen, da man den Besitzer ausfindig machen und zur Verantwortung ziehen könne.

«Wer finanziert?»

In der Politik hat die Forderung allerdings einen schweren Stand: Schon 2013 reichte SVP-Nationalrat Pierre Rusconi ein Postulat ein, in dem er den Bundesrat fragte, ob er die Notwendigkeit einer solchen Massnahme sehe. Der Bundesrat verneinte mit der Begründung, der Chip allein sei nutzlos, wenn man nicht in einem aufwendigen Verfahren auch noch jeden Katzenhalter registriere.

Auch FDP-Nationalrätin und IG-Freiheit-Mitglied Petra Gössi etwa hält nichts von einem Chip-Obligatorium. Sie habe zwar Verständnis dafür, dass Katzenbesitzer ihre Tiere finden möchten. Aber: «Das Implantieren des Chips sollte freiwillig sein. Ein Zwang ist sicher nicht die richtige Lösung.» Gemäss Gössi entstünde nur ein unnötiges bürokratisches Monster. Auf jedem Bauernhof müsste jede Hofkatze einzeln gechippt werden: «Das ist nicht verhältnismässig und teuer.»

23.10.2015




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